Phosphorsäure-Elektrolyten (PAFC = Phosphoric Acid Fuel Cell)
Sie ist am weitesten für stationäre Anwendungen entwickelt
(Kraftwerke, vor allem bei Kraft-Wärme-Kopplung).Der Leistungsbereich
liegt bei 0,1-10 MW.
Da diese Zelle sowohl Kohlendioxid als auch bis zu 2% Kohlenmonoxid
toleriert, kann sie vorwiegend mit reformiertem Erdgas und Luft betreiben
werden, allerdings mit niedrigeren Wirkungsgraden als andere Typen.
Ladungsträger sind wie bei der PEM Protonen H+, der Elektrolyt
ist reine Phosphorsäure. Die Arbeitstemperatur liegt bei 200°C.
Sie weist einen relativ hohen elektrischen Wirkungsgrad von 40% bei gleichzeitiger
Wärmeauskopplung auf.
MCFC
Karbonatschmelze-BSZ (MCFC = Molten Carbonate FC bei 650°C)
Der Betrieb erfolgt mit vorgeschalteter Gasreinigungsanlage bei hohen
Temperaturen von rund 650°C. Bei diesen Temperaturen zerbrechen die
organischen Kohlenwasserstoffe der Energieträger in der MCFC in Wasserstoff
und Kohlenstoffdioxid. Als Energieträger kann unter diesen Umständen
vieles dienen (Erd-, Kohle-, Bio-, Deponiegas). Bei einer Karbonatschmelze-Brennstoffzelle
besteht der Elektrolyt in den Zellen aus Kalium- und Lithiumkarbonat, beides
sehr preisgünstige Materialien. Das Karbonat muß soweit erhitzt
werden das es schmilzt - erst dann sind die Ionen der Karbonatsalze beweglich
und können die Elektronen transportieren (Ladungsträger sind
CO3-Ionen). Dank Abspeckung der Nebenaggregate und Rohrleitungssysteme
ist das "Hot Modul" jetzt klein und kompakt und somit marktfähig.
Es kann bis zu 10 MW Leistung erzeugen und erreicht recht gute Wirkungsgrade
im stationären Betrieb.
Schmelzkarbonat-Brennstoffzellen können direkt mit Erdgas oder
anderen kohlenwasserstoffhaltigen Brenngasen betrieben werden, da die Reformierung
zellintern in der Anodenkammer stattfinden kann. Da der Aufheizvorgang
einer MCFC mehrere Stunden in Anspruch nimmt, eignen sich MCFC ausschließlich
zum Einsatz im Grundlastbetrieb. [Heuser, 1995]
Sowohl MCFC, als auch SOFC sind unempfindlich gegen Kohlenoxiden. Die
Gasreinigung beschränkt sich auf die Entfernung von Schwefel- und
Chlorverbindungen
AFC
Alkalische Brennstoffzelle (AFC = Alkaline Fuel Cell)
Sie ist die zuerst entwickelte Brennstoffzelle, die als Niedertemperaturzelle
für mobile Anwendungen, Raumfahrtprogramme und Unterwasserfahrzeuge
eingesetzt worden ist. Mittlerweile erscheint sie nur noch für den
stationären Betrieb geeignet. Obwohl diese Zelle mit höherem
Wirkungsgrad im Vergleich zu den anderen Typen arbeiten kann, ist das Interesse
an der AFC abgeflacht. Die energieliefernden Reaktionen verlaufen langsamer
und dieser Typ kann nur mit reinem Wasserstoff und Sauerstoff arbeiten.
Die Ladungsträger im Elektrolyten sind OH--Ionen. Die Arbeitstemperatur
liegt bei 60-80°C bei einem Druck von 2 bar.
DMFC
Die Direkt-Methanol-Brennstoffzelle (DMFC) wandelt Methanol ohne vorherige
Reformierung direkt in elektrische Energie. Für eine gute Reaktionskinetik
und eine einfache Verfahrenstechnik wäre ein druckloser Betrieb bis
200°C ideal, der neue, wasserfreie Membranen benötigt. Die DMFC
weist eine hohe Speicherdichte auf und bietet damit eine große Fahrzeugreichweite.
Sie hat nur eine geringe Systemkomplexibilität und bestehende Betankungsverfahren
können beibehalten werden.
Für eine möglichst schnelle Kinetik und zur Vermeidung von
Katalysatorvergiftungen sind Betriebstemperaturen im Bereich 100-200°C
wünschenswert. Als Elektrolyt bisher verwendete wasserhaltige Membranen
trocknen bei Temperaturen oberhalb 100°C aus und besitzen keine ausreichende
Leitfähigkeit mehr. Nur im aufwendigeren Betrieb unter Druck sind
Temperaturen von 130-140°C möglich, dabei ist aber die Materialstabilität
der eingesetzten Membranen im Dauerbetrieb kritisch. Deswegen werden nun
in einem Verbundprojekt phosphorsäuregedopte, temperaturstabile Membranmaterialien
getestet. Basismaterial ist Polybenzimidazol PBI, bekannt als hochtemperaturstabile
Textilfaser für Schutzkleidung. Dieses Material zeigt gute Leitfähigkeit
für Protonen und trocknet nicht aus. Derartige Membranen können
deshalb drucklos bis 200°C betrieben werden.
Methanol wird an der Anode unter Abgabe von Elektronen und Protonen
zu Kohlendioxid oxidiert, an der Kathode erfolgt unter Aufnahme der Elektronen
und Protonen die Reduktion von Sauerstoff zu Wasser. Als Elektrolyt zum
Protonentransport dient eine polymere Ionenaustauschmembran.
SOFC
Festoxid-Brennstoffzelle (SOFC = Solid Oxide FC)
Der fester Elektrolyt aus Oxidkeramik (Zirkonoxid) wird im Betriebstemperaturbereich
von 950 - 1000 °C ionenleitend. Bei niedrigeren Temperaturen reicht
die Leitfähigkeit der Ladungsträger (Sauerstoffionen) des Elektrolyten
für einen stärkeren Stromfluß in aller Regel noch nicht
aus. Elektrolyt in einer SOFC ist üblicherweise eine wenige zehntel
Millimeter dicke Schicht aus Yttrium-stabilisiertem Zikoniumdioxid. Die
einzelnen Schichtsysteme aus Kathode, Elektrolyt und Anode werden im eingebauten
Zustand (in Stacks) jeweils durch bipolare Platten voneinander getrennt.
Brennstoff und Oxidationsmittel könne die gleichen sein wie bei
der MCFC, aber der Wirkungsgrad ist noch höher.
Um das SOFC-Konzept rentabler zu machen, müssen weniger teure Spezialmaterialien
eingesetzt werden. Dies geht jedoch nur, wenn geringere Temperaturen herrschen.
Kernstück der Brennstoffzelle ist der Elektrolyt, dessen Dicke gleich
der Diffusionsstrecke der Sauerstoffionen ist. Je länger die Diffusionsstrecke,
desto höher muß die Temperatur sein.
Im April 1998 wurde nun die Schichtdicke des Elektrolyten drastisch
reduziert auf ein bis zwei Hundertstel Millimeter. Weil damit die Trägerfunktion
des Elektrolyten wegfiel, die Brennstoffzelle quasi zu instabil wurde,
wurde die Anode als tragendes Element umfunktioniert. "Durch das neue Zellendesign,
das sogenannte Substratkonzept, konnten wir die Betriebstemperatur ohne
Leistungsverlust um rund 200°C senken. Bei 750°C erreichen wir
im Augenblick eine elektrische Leistung bis zu 0,2 Watt pro Quadratzentimeter
Zellfläche", erklärt Dr. Vinke vom PSI. Damit sind keine Spezialwerkstoffe
mehr notwendig. Z.B. reichen Eisen-Chrom-Metalle völlig aus. Weiterer
Vorteil ist, daß mit geringerer Temperatur auch die Alterung langsamer
verläuft, sich somit also die Lebensdauer erhöht.
Die Weiterentwicklung der neuen SOFC ist jedoch gefährdet, weil
Finanzmittel fehlen. Notwendig wären Prüfstände, die die
Lebensdauer testen. Die kosten um die 100.000,- DM und etwa zehn davon
werden benötigt. Verglichen aber mit den rund 1,5 Mrd. DM, die die
Entwicklung eines neuen Autos mit herkömmlicher Technik kostet, sind
dies Peanuts. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung
und Technologie sieht sich jedoch außerstande, weiter zu finanzieren,
da diese Forschung nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre fertig
wird.
PEM
PEMFC = Proton Exchange
Membran = Polymer-Elektrolyt-Membran Fuel Cell; arbeitet bei 20-100°C
und weniger als 1,5 bar.
Unter den verschiedenen
Typen (s. Tab. 2) werden am ehesten der PEM-Niedertemperatur-Brennstoffzelle
Aussichten auf den Einsatz in Personenfahrzeugen eingeräumt. Eine
dünne Polymerfolie als Festelektrolyt bildet ihr zentrales Element.
Dies ist eine hauchdünne, gerade mal 50 bis 200 Mikrometer dicke Folie
des Spezialkunststoffs Nafion®. Dieser wiederum zeichnet sich durch
eine besondere Leitfähigkeit für die Ladungsträger, die
positiv geladenen Kerne des Wasserstoffatoms, aus. Heutige PEM-Brennstoffzellen
erreichen eine Leistungsdichte bis zu einem Watt pro Quadratzentimeter
Membranfläche.
Keine Brennstoffzelle kann
Methanol direkt als Treibstoff nutzen. Alle benötigen molekularen
Wasserstoff. H2 muß also entweder mitgeführt werden oder aus
Methanol durch einen Reformierungsprozeß hergestellt werden. Dabei
entsteht u.a. CO2 und CO (Kohlenmonoxid in einem Anteil von etwa 2%). Weniger
als ein Tausendstel dieser Menge ist für den Platinkatalysator der
Brennstoffzelle schon ein starkes Gift. Die Toleranzgrenze liegt derzeit
bei etwa zehn CO-Teilchen pro einer Million Katalysator-Teilchen. Die Empfindlichkeit
von PEM gegen CO beruht auf der Blockierung der Platinbelegung der Anode,
wodurch die Umsetzungsgeschwindigkeit des Wasserstoffs und somit die Zellspannung
sinkt. Das hat wiederum zur Folge, daß der elektrische Wirkungsgrad
der Brennstoffzelle sinkt.
Durch Legieren von Platin
(Pt) mit Ruthenium (Ru) kann die CO-Verträglichkeit von PEM-Brennstoffzellen
verbessert werden. Durch Ru-Zusatz von 40 - 60% wurden bis heute ca. 100
ppm erreicht. Mit reinem Platin beschichtete Anoden hingegen vertragen
nur 10 ppm CO.
[Iwase, 1995]
Das Gewicht, die Größe
und die Kosten des Brennstoffzellenaggregates sind zur Leistungsdichte
der Membran umgekehrt proportional. In praktisch allen auf dem Markt befindlichen
Brennstoffzellen wird diese kommerziell erhältliche Nafion-Membran
eingesetzt. Die Herstellung dieses perfluorierten Polymers bedingt seinen
relativ hohen Preis.
Bei Siemens sollen Experimente
ergeben haben, daß die Belegung der Membran mit dem teuren Platin
als Katalysator von derzeit ca. 4 mg/m2 auf unter 0,15 mg/m2 reduziert
werden kann, ohne die elektrochemischen Eigenschaften zu verschlechtern.
Bei den PEM-Brennstoffzellenantrieben
herrschen prinzipiell zwei Antriebsvarianten vor: einerseits der direkte
elektrische Antrieb mittels Inverter auf den elektrischen Antriebsmotor,
andererseits der Hybridantrieb mittels Inverter als Grundlastabdeckung
direkt auf den elektrischen Antrieb sowie in Schwachlastphase Aufladung
eines Energie- oder Leistungsspeichers und dessen parallele Kopplung an
den elektrischen Antrieb in Phasen der Spitzenlastabdeckung.
Wie die Prototypen von Daimler-Benz
zeigen, sind aus Gründen des dynamischen Betriebsverhaltens Hybridkonzepte
nicht erforderlich, möglicherweise aber für eine Übergangszeit
aus Kostengründen gegenwärtig eine sinnvolle Arbeitsalternative.
Die meisten Hybridkonzepte arbeiten mit Batterien als Energiespeicher.
PEM-Brennstoffzellen können
bei Umgebungstemperatur direkt angefahren werden (Kaltstart). Die Nennbetriebstemperatur
wird nach kurzer Zeit erreicht, da die Verlustwärme das System in
Abhängigkeit von der Belastung aufheizt. Wird der Laststrom geändert,
so folgt die Brennstoffzellenspannung sehr rasch (typischerweise 0,1 sec)
der Laständerung. Aufgrund dieses Lastwechselverhaltens und der Zunahme
des Wirkungsgrades im Teillastbetrieb sind Niedertemperaturbrennstoffzellensysteme
in besonderem Maße für intermittierenden Lastbetrieb geeignet.
Vorteile der PEM:
· Die
geringe Arbeitstemperatur erlaubt billige Materialien, lange Lebensdauer,
geringen Wartungsaufwand und schnellen Kaltstart.
· Abgesehen
von der PAFC hat nur die PEM eine genügend hohe Energiedichte für
den Einsatz in Pkws (< 2,5 l/kW).
· Aufgrund
ihres inneren Aufbaus läßt sich die PEM sehr einfach modular
von einigen Watt bis zu mehreren 10 kW aufbauen.
Nachteile:
· Edelmetall,
speziell Platin, ist notwendig für den Katalysator und macht die Zelle
teuer. Inzwischen konnte der Platinanteil jedoch auf einen Wert weit unter
4,0 mg/cm2 gesenkt werden (< 0,2 mg/cm2). [Carpetis 1997]
· Die
Empfindlichkeit gegenüber Kohlenmonoxid macht eine Reinigung des Brennstoffes
notwendig.
Reformer
Die Herstellung von Wasserstoff
durch Reformierung ist ein Kernthema der Brennstoffzellentechnologie. Allen
Reformierungsprozessen ist gemein, daß das resultierende Gas zuviel
Kohlenmonoxid enthält, das die Leistung der Brennstoffzelle verringert.
Die Platinkatalysatoren heutiger Brennstoffzellen vertragen nur 10-20 ppm
CO im Anodenbrenngas. Die verschiedenen Reformierprozesse führen jedoch
zu einem CO-Gehalt von 0,1-0,2%. Eine Feinreinigung ist daher unabdingbar.
Funktionsweise:
Die erste Verfahrensstufe,
der Reformierreaktor, erzeugt durch Umsetzung von Erdgas und Dampf bei
Temperaturen zwischen 700 und 900°C ein wasserstoffreiches Gasgemisch.
Dieses Gemisch enthält noch einen hohen Anteil an Kohlenmonoxid, das
zusammen mit Wasserdampf in zwei nachgeschalteten katalytischen Konvertern
(Shift-Reaktoren) in Kohlendioxid überführt wird. Dabei entsteht
weiterer Wasserstoff. Die Gasreinigungsstufe entfernt schließlich
das in der Konvertierungseinheit nicht umgesetzte CO - etwa 0,5Vol.% -
bis auf einen geringen Rest-anteil von 10 ppm und gewährleistet so
die für die Membran-Brennstoffzelle erforderliche Brenngasqualität.
Der Reformierreaktor kann
nach zwei Prinzipien arbeiten:
· Als
endothermer Dampfreformer, also unter Wärmezufuhr, erzeugt er 5 Nm3/h
Wasserstoff bei Atmosphärendruck, kann aber auch unter Drücken
bis zu 6 bar arbeiten.
· Als
autothermer Reformer, der seine benötigte Wärme selbst erzeugt,
allerdings auch Stickoxide erzeugt, da er mit Umgebungsluft arbeitet. Dafür
kann er Lastwechseln schneller folgen als der Dampfreformer.
[Schaumberg, 1997]
Kosten
Innerhalb der letzten zehn
Jahre wurden die Kosten für Brennstoffzellen um den Faktor zehn reduziert.
Aber immer noch ist der Preis zehnmal zu hoch.
Preis allein für die
Brennstoffzelle:
· 1990:
$5.000/kW
· 1998:
$500/kW
· Ziel:
$25-$30/kW
Preis für ein Brennstoffzellenauto:
· vor
zehn Jahren: $20 Mio.
· Ende
1995 $200.000
· der
Preis fällt weiter
Die Firma Magnet Motor produziert
Brennstoffzellen für den Pkw-Einsatz (1998):
· Materialpreis
weniger als 200,-DM/kW in Serie
· Gewicht
3,5 kg/kW mit Peripherie ohne Außenkühlsystem
· Volumen
3,0 l/kW ohne Luftleitblechsystem für die Kühlung
Nach Angaben von Ballard
ergeben stationäre Kraftwerke mit hohem Wirkungsgrad und langer Lebensdauer
(mehr als 40.000 Stunden) Kosten von $1000 bis $2000 pro Kilowatt bei Massenanfertigung.
Mobile Brennstoffzellensysteme
mit hoher Energiedichte, geringem Volumen, geringem Gewicht bei geringerer
Lebensdauer (5.000 bis 20.000 Stunden) ergeben geringere Kosten von $50
bis $200 pro Kilowatt bei Massenanfertigung.
Die kanadische Firma baut
einen Prototypen für die Universität Georgetown mit einem "onboard"-Reformer,
um Methanol in Wasserstoff zu spalten. Dieser Prototyp soll 1999 fertig
sein und in den Jahren 2001-02 auf den Markt kommen. Die Kosten für
diesen Typ werden sich voraussichtlich auf ca. $55.000 belaufen, bis zum
Jahr 2005 abnehmend auf $12.000; vergleichsweise kostet eine Dieselmaschine
$14.000.
Ein Bus (275 HP) für
65-75 Personen mit einer Reichweite von 550 km wird 1999 auf dem Markt
erwartet. Die Kosten für den Motor werden sich voraussichtlich auf
$240.000 belaufen, günstiger werdend bis zum Jahr 2005 auf $30.000.
Der gesamte Fahrzeugpreis wird geschätzt auf $550.000 ($300.000 im
Jahr 2005). Zum Vergleich kosten herkömmliche Dieselbusse $225.000,
Erdgasbusse $300.000 und Elektrobusse (Oberleiter) alles in allem $600.000.
Bei den Autos liegt der Bedarf
insgesamt bei 30 Mio. jährlich. Ballard plant gemeinsam mit Daimler-Benz
einen Methanol-Pkw mit 50 kW (70 HP). Der Prototyp könnte 2000 fertig
sein. Der Verkauf könnte 2003-2004 beginnen. Der Preis für den
Motor beträgt zur Zeit noch $10.625; verbilligt sich bis zum Jahr
2005 auf $3.375.
Zum Vergleich: Ein Verbrennungsmotor
kostet $3.000-4.000. [Hoppe, 1997]
Tab. 8: Geschätzte
Kostenentwicklung in US-Dollar pro Kilowatt und geschätzte Entwicklung
der Gesamtleistung in Megawatt
1998 1999 2000 2001
2002 2003 2004 2005 2006 2007
Auto: $/kW
65 45 32 29 26
Bus: $/kW 500 400 200 150
120 100 65 45 40 35
Ges.leist. MW - 1 3 8 36
150 2310 6150 11700 20500
[Hoppe, 1997]
Die Stacks tragen 40% der
Gesamtkosten für die Brennstoffzelleneinheit. Um z.B. die Kosten für
den Platin-Katalyten zu verringern, muß die Platinmenge minimiert
werden, die auf den Katalyten aufgebracht werden muß. Bis jetzt wurde
diese Zahl bereits um 90% verringert, kann aber noch weiter heruntergeschraubt
werden.
Indem andere Herstellungsverfahren
für die Platten (bzw. die Kanäle in den Platten) gefunden werden
- wie z.B. Pressen unter Wärmezufuhr - könnten diese Kosten um
98% reduziert werden. [Hoppe, 1997]
Tab. 9: Geschätzte
Kosten pro Kilowatt der einzelnen Brennstoffzellen-Komponenten in US $
/ kW
1999 / 2010
Platin-Katalysator 65 /
6
Polymer-Membran 70 / 10
Platten 80 / 2
Sonstiges 15 / 2
Gesamt 230 / 20
[Hoppe, 1997]
Zur Zeit sind Brennstoffzellen
für den Gebrauch in Fahrzeugen noch 10mal oder 15mal zu teuer, um
konkurrenzfähig zu sein.
Vergleich AFC - PEM
Bei Überlegungen hinsichtlich der Weiterentwicklung von Wasserstofftechniken
stellt sich die Frage, ob der wasserstoffbetriebene Verbrennungsmotor oder
die Brennstoffzelle die beste Lösung für die Probleme darstellt.
In Bezug auf die Brennstoffzelle muß jedoch unterschieden werden,
welcher Typ am ehesten geeignet ist für die mobile Anwendung. Deswegen
soll die nachstehende Gegenüberstellung zwischen der alkalischen Brennstoffzelle
und der PEM die jeweiligen Vor- und Nachteile verdeutlichen.
Um den Rahmen nicht zu sprengen wird bei der Diskussion lediglich auf
die Punkte eingegangen, die für den mobilen Einsatz relevant sind.
Tab. 14: Vergleich AFC und PEM: charakteristische Unterschiede
AFC
+ geringe Überspannung der Sauerstoffreduktion
+ hohe spezifische Leitfähigkeit des Elektrolyten
+ preisgünstige Materialien (Kunststoffe) verwendbar
+ einfache Herstellungstechniken ermöglichen Kostensenkung
+ keine Edelmetalle notwendig
- flüssiger, alkalischer Elektrolyt
- Dichtungstechnik BSZ-Block / Elektrolytkreis aufwendiger
- Separator als Elektrolytmatrix erforderlich
- bei Luftbetrieb CO2-Abreicherung oder Adsorption notwendig
PEM
+ geringe Überspannung der Wasserstoffoxidation an Platin-aktivierten
Anoden
+ Dünnschichtstrukturen ermöglichen hohe Leistungsdichten
- Membrankosten sehr hoch
- Edelmetallkatalysatoren nicht zu substituieren, deswegen teuer
- Herstellungstechnik der Elektroden / Membran-Strukturen aufwendig
+ CO2 inerter Elektrolyt
- sorgfältige Kontrolle der Wassergleichgewichte / Gradienten
in Membran und Gaskreislauf notwendig
+ Elektrolytmembran gleichzeitig Gas-Separator+ Festelektrolyt; kein
Elektrolytkreislauf
- Sauerstoffreduktion und Kathodenpermeabilität begrenzen Kinetik
Quelle: ZSW, DLR, LBST, "Bedeutung, Einsatzbereiche und technisch-ökonomische
Entwicklungspotentiale von Wasserstoffnutzungstechniken", Band I: Energetische
Nutzungstechniken, März 1992, Stuttgart
Ein großer Vorteil der PEM gegenüber anderen Brennstoffzellen
ist die hohe Leistungsdichte, die eine kompakte Bauweise ermöglicht.
Die AFC weist zwar eine hohe spezifische Leistungsfähigkeit auf, dies
reicht jedoch noch nicht, um klein bauen zu können. Für Busse
wird sie jedoch bereits verwendet. Dazu kommt, daß die Elektrolytmembran
zwei Funktionen bei der PEM übernimmt: sie ist gleichzeitig der Gasseparator,
wobei bei anderen Typen z.B. eine Elektrolytmatrix notwendig ist.
Zudem ist der Elektrolyt ein Festmaterial und bedarf so keines separaten
Flüssigkeitskreislaufes.
Demgegenüber stehen hohe Material- und Herstellungskosten, da
Edelmetalle benötigt werden und die Technik für den Bau der Elektroden/Membran-Struktur
relativ aufwendig ist.
Diese Informationen stammen aus den Jahren 1998/1999. Aktuellere Daten finden Sie im Buch Wasserstoff und Brennstoffzellen sowie auf der Wasserstoff-CD von Dipl.-Ing. Sven Geitmann.