HYDROGEIT - Der Wasserstoff-Guide

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Wissen / Nachwachsende Rohstoffe



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Energiepflanzen
Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe führt zu Veränderungen in der deutschen Land- und Forstwirtschaft. Die zwei Beispiele Biogasanlage und Holzpelletherstellung sollen die Bedeutung nachwachsender Rohstoffe als wichtige Energielieferanten aufzeigen.

Mit der Novellierung des Erneuerbaren Energie Gesetz (EEG) im Jahr 2004 und der Einführung des NAWARO-Bonus wurden die Rahmenbedingungen für die Erzeugung von Biogas in Deutschland maßgeblich verändert. Viele Landwirte sehen im Betreiben einer Biogasanlage eine gesicherte Einnahmequelle. Die Zahl der Anlagen ist Ende 2008 auf etwa 4 100 gestiegen.

Neu errichtete landwirtschaftliche Biogasanlagen verarbeiten verstärkt nachwachsende Rohstoffe, die bis dahin gängige Mitverarbeitung organischer Rest- und Abfallstoffe aus Industrie und Gewerbe verliert an Gewicht. Mais oder Getreide als Ganzpflanzen sind gefragte Substrate für Biogasanlagen. Sudangras, Hirse oder andere Mischpflanzenkulturen können dazu kommen.

Das Prinzip der Biogasanlagen ist einfach: Energiepflanzen werden zusammen mit Reststoffen und Gülle in einem Gärbehälter mit Hilfe von Bakterien (die reichlich in der Gülle vorhanden sind) zu Biogas vergoren. Dabei erfolgen mehrere Schritte der anaeroben Vergärung. Langkettige Polymere (Fette, Eiweiße, Kohlenhydrate) werden durch hydrolytische Bakterien zu kurzkettigen Mono- und Dimeren (Fett- und Aminosäuren, sowie Zucker) abgebaut. Nun greifen acidogene Bakterien ein und wandeln die Stoffe in kurzkettige organische Säuren (z. B. Propionsäure) um. Acetogene Bakterien bilden danach Essigsäure, Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff. Daraus produzieren methanogene Bakterien schließlich unter anderem das gewünschte Methan. Das erzeugte Biogas kann entweder als Treibstoff für Gasmotoren dienen oder nach besonderer Reinigung auch ins Erdgasnetz eingespeist werden.

Holz war Jahrtausende lang das wichtigste Heizmaterial. Es ist in großen Mengen vorhanden und problemlos umweltverträglich nutzbar. Von rund 74 Millionen Festmetern Holz, die jährlich in unseren Wäldern nachwachsen, werden bislang gerade mal 60 Millionen entnommen. Es ist das erklärte Ziel einer zukunftsweisenden, nachhaltigen Forstwirtschaft, bei der Waldbewirtschaftung darauf zu achten, dass immer nur so viel Holz entnommen wird, wie nachwachsen kann.

Als Energieträger hat nicht nur das traditionell genutzte Scheitholz Bedeutung. Hackschnitzel und Holzpellets sind Brennstoffe in kommunalen Anlagen, Industriebetrieben, aber auch in Einzelhausheizungen.

Energiegeladener und homogener als Scheitholz oder Hackschnitzel sind die in Pelletierwerken aus Sägespänen hergestellten Holzpellets. Per Tanklastwagen angeliefert, werden die Pellets bei Bedarf automatisch aus einem Tank in den Heizkessel transportiert. Pelletzentralheizungen sind damit in der Handhabung so komfortabel wie Öl- oder Gasheizungen. Einen besonderen Reiz haben Pelleteinzelöfen. Ähnlich wie bei einem Kaminofen machen sie direkt im Raum dem Nutzer die Verbrennung sichtbar. Auch diese Einzelöfen werden automatisch mit Brennmaterial beschickt und müssen meist einmal täglich mit Pellets aufgefüllt werden.

Die Nutzung von Holz als Brennmaterial ist eine CO2 – neutrale Umwandlung von Biomasse. Es wird nur das energetisch genutzt, was gleichzeitig, bei nachhaltiger Forstwirtschaft nachwächst.

Dies sind Auszüge aus dem kostenlosen Unterrichtsmaterial "Nachwachsende Rohstoffe" der FNR e.V..


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