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Wissen / H2 - Studie    
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Geschichte
· 1780: Grundstein der Wasserstoff-Technologie: Luigi Galvani stellt zum ersten Mal die Theorie der Umwandlung von chemischer in elektrische Energie auf.
· 1783: Entdeckung der voltaischen Zelle: Alessandro Volta: Zwischen zwei trockenen und einem nassen Konduktor wird Strom erzeugt.

· 5. Juni 1783: Die Brüder Montgolfier starten den ersten Ballon mit Heißluft. Der französische Naturforscher Alecandre Cesar Charles erfährt davon und läßt am
· 28. August 1783 einen Ballon mit Wasserstoff steigen, nichtwissend, daß die Montgolfiers Heißluft verwendet haben. Charles erzeugt Wasserstoff, indem er durch Übergießen von Eisenfeilspänen mit Schwefelsäure im Faß unter dem Ballon 25m3 Wasserstoff gewinnt.

· 1787: Lavoisier/Frankreich "tauft" den Wasserstoff als "hydrogène" (hydor = Wasser, griechisch; genes = erzeugend) = Wasser-Bildner.
· Um 1800 gelingt dem deutschen Chemiker Johann Wilhelm Ritter als einem der ersten die Elektrolyse von Wasser in einem U-Rohr.

· 1839: Entdecker Sir William Grove (1811-1896, walisischer Richter) experimentiert mit der Elektrolyse von Wasser und entdeckt, daß der Prozeß umkehrbar ist. Mit Hilfe von Elektrizität wird Wasser bei der Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Andersherum kann man in einer Brennstoffzelle Elektrizität erzeugen, indem Wasserstoff und Sauerstoff verbunden werden.

· Der französische Physiker Becquerel entdeckt, daß aus Licht elektrische Energie erzeugt werden kann.

· 1874: Vision von Jules Verne, dem Vater des technischen Zukunftsromans. Verne läßt in seinem Werk "Die geheimnisvolle Insel" den Ingenieur Cyrus Smith auf die Frage, womit die Menschheit nach Erschöpfung der natürlichen Brennstoffe heizen werde, sagen: "Wasser, doch zersetzt in seine chemischen Elemente und zweifelsohne zersetzt durch Elektrizität. Ich glaube, daß eines Tages Wasserstoff und Sauerstoff, aus denen sich Wasser zusammensetzt, allein oder zusammen verwendet, eine unerschöpfliche Quelle von Wärme und Licht bilden werden, stärker als Steinkohle. Eines Tages werden die Kohlebunker der Dampfschiffe und die Tender der Lokomotiven anstelle von Kohle mit diesen beiden komprimierten Gasen gefüllt sein...."

· 1879: Der Franzose Augustin Muchot, Begründer der Solartechnik, versucht sich an der Gewinnung von Wasserstoff durch Elektrolyse von Wasser mit Strom, den er mit großen Brennspiegeln aus Sonnenenergie zu erzeugen hofft. Und dann "kann dieser Strom Wasser spalten." ("Die Sonnenwärme und ihre industrielle Anwendung", A. Muchot, auf deutsch 1987 erschienen im Olynthus-Verlag).

· 1880: C. Westphal macht den Anspruch geltend, daß Brennstoff-Elemente einen höheren Wirkungsgrad als Wärmekraftwerke haben.

· 1898: erste Verflüssigung von Wasserstoff vom britischen Chemiker und Physiker James Dewar

· 6. Mai 1937: Der Zeppelin Hindenburg verunglückt in Lakehurst/New Jersey/USA. 200.000 m3 Wasserstoff verbrennen. Die speziellen Verbrennungseigenschaften von Wasserstoff ermöglichen es, daß 62 der 97 Passagiere gerettet werden können. Nicht der Wasserstoff hat sich entzündet, sondern die Umhüllung des Zeppelins durch elektrostatische Aufladung.

· In den 50ern beginnt die Arbeit an alkalischen Brennstoffzellen von Varta und Siemens.

· 1959 erster erfolgreicher Test mit einer "Pratt and Whitney RL 10" (Sauerstoff / Wasserstoff-Flugzeugmotor)

· 1959 Versuch in einem Traktor der Firma Allis Chalmers

· 1963 Jungfernflug in der Raumfahrt von einer "Atlas-Centaur"-Rakete

· In den 60er Jahren gewinnt Wasserstoff, eingesetzt in alkalischen Brennstoffzellen an Wichtigkeit für die Raumfahrt mit dem Beginn der Gimini- (1963 - NASA) und Apollo-Missionen (ab 1968 bei den Mondflügen).

· 1965: Antrieb des Siemens-Bootes "eta" mit Wasserstoff

· Ebenfalls in den 60ern kommt Photovoltaik (Voltaik = Spannung; Photo = Licht) zu ihrem ersten wirtschaftlichen Einsatz als Stromerzeuger für Satelliten und Raumfahrzeuge.

· In den 70ern arbeiten Wissenschaftler aus Europa, der Sowjetunion, China und Japan an wasserstoffbetriebenen Maschinen und benutzen diese für neuentwickelte Raketen.

· Gleichzeitig arbeiten die USA an einem wiederbefüllbaren wasserstoffbetriebenen Space-Shuttle.

· In Europa wird der dreistufige HM7-Raketenmotor entwickelt und 1979 erfolgreich in die Europa-Rakete Ariane eingebaut. Mittlerweile 80 Starts. Die Ariane 5 benutzt nur noch Wasserstoff vom Start bis zur Landung.

· 1980: Der deutsche Physiker Reinhard Dahlberg regt die nach der Ölverteuerung 1979 entstandene Diskussion an, indem er sein Konzept solarer Wasserstoff-Plantagen in tropischen Regionen vorstellt.

· 1983: Bau eines 11 MW-Kraftwerks in Tokio

· 1985: Siemens entwickelt eine AFC für den Elektromotor eines VW-Busses des Kernforschungszentrums Karlsruhe mit 17,5 kW.

· 1989: 100 kW-Anlage von Siemens für das U-Boot U1 der Bundesmarine

· 1989: Deutsch-russisches Entwicklungsprogramm mit einem wasserstoffbetriebenen Flugzeug (Airbus 310)

· Seit 1991 Arbeiten am Demonstrationskraftwerk Neunburg vorm Wald

· Die Ruhrgas AG Essen testet ein 200 kW-Brennstoffzellen-Aggregat (auf Erdgasbasis) auf ihrem Betriebsgelände in Dorsten als Strom- und Wärmelieferant für die Bochumer Stadtwerke.

· Seit 1995 arbeiten Wissenschaftler an einer kostenaufwendigen Variante, der DO 328. Kanada und Norwegen stehen als potentielle Abnehmer bereit.

· Oktober 1997: Ausrüstung des weltweit ersten Gabelstaplers mit PEM-Brennstoffzellenantrieb (Nettoleistung von 10 kW) von Siemens (KWU)


Bei diesem hier veröffentlichten Text handelt es sich um eine gekürzte Zusammenfassung der Studienarbeit von Dipl.-Ing. Sven Geitmann über Wasserstoff und Brennstoffzellen aus dem Jahr 1998, allerdings ohne die dazugehörigen Abbildungen. Weiterführende, aktuellere Daten (inklusive der Abbildungen) finden Sie im Buch sowie auf der CD-Rom von Dipl.-Ing. Sven Geitmann.

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