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Hintergrundbild Zeitungsbericht vom 12.10.2005

MAZ - Märkische Allgemeine Zeitung
12. Oktober 2005, S. 19

Toll, teures Benzin!

Von Kremmen aus verbreitet ein Kleinverleger Bücher zu Brennstoffzellen

Kremmen - Doch, es gibt sie. Leute, die sich an den erschütternden Spritpreise ergötzen können. Sven Geitmann zum Beispiel. Owohl er ein Auto braucht. Das ehemalige Heizhaus einer Gärtnerei, das er bewohnt, liegt abseits der Landstraße zwischen Kremmen und Sommerfeld. An einer holperigen Piste, Typ "Stoßdämpfer-Garaus". Eigentlich bräuchte man dafür einen Jeep mit Allradantrieb. Oder ein Pferd. Der Gaul würde Wasser saufen, kein Benzin. Ganz anders der Jeep.

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Sven Geitmann hat auch zu Hause Bücher parat. Foto: Erik Heier

Benzin sparen. Das ist ein gutes Thema. Geitmanns Thema. Der 35-jährige Geitmann begreift die Spritpreise als Anreiz, sich weiter mit Energieerzeugung und Energieeffizienzsteigerung zu beschäftigen. Was sowieso das Metier des Wissenschaftsautors ist. Jeeps mag er deshalb nicht so. Bis vor kurzem hatte er einen alten Golf, der mit Pflanzenöl fuhr. 79 Cent der Liter bei Lidl. Normalbenzin kostet derzeit rund 1,30 Euro.

Für sein Fachthema hat der Maschinenbau-Diplomingenieur Anfang 2004 seinen Buchverlag, den Hydrogeit-Verlag gegründet. Quasi vom heimischen Schreibtisch aus vertreibt er vor allem seine eigenen Bücher: über Wasserstoff und Brennstoffzellen, erneuerbare Energien, Biodiesel und Pflanzenöl als Benzinersatz. Zielgruppe: der sprichwörtliche Otto Normalverbraucher. Also jedermann. Das Vorwort zu Geitmanns mit 40.000 Explemplaren bestverkaufen Buch "Erneuerbare Energien & alternative Kraftstoffe", schrieb der Wissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker. Schon in seinem Studium an der Technischen Universität Berlin fand Geitmann Wasserstoff als Kraftfahrzeugantrieb spannend. Darüber verfasste er eine Studienarbeit.

In der Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff mit dem Sauerstoff der Luft. Bei dieser umgekehrten Elektrolyse wird Energie freigesetzt. Schädliche Abgase: keine. Nur Wasser als "Abfall". Wirkungsgrad: bis zu 30 Prozent. Beim Ottomotor sind es 18. Momentan kosten Brennstoffzellenautos rund eine Million Euro. Bis zur Massenmarktreife wird es wohl noch zehn Jahre dauern.

Nach dem Studium ging Geitmann zur Bundesanstalt für Materialforschung in Berlin-Dahlem. Dort wurde gerade an einem EU-Projekt für ein Wasserstoff-Flugzeug gearbeitet. Geitmann hatte einen 15-Monate-Vertrag. Nach einem Jahr aber war er bereits fertig mit seiner Studie. Geitmann kündigte vorfristig. Er machte sich selbstständig.

"Über Wasserstoff als Antrieb gab es ja kaum Literatur", sagt er. "Also dachte ich: Dann schreibe ich eben selbst etwas." Schon seine ersten beiden Bücher verbreitete er kostengünstig über eine neuartige Vertriebsform: Book on Demand. Ein Anbieter aus Norderstedt (Schleswig-Holstein) hält die Werke in digitalisierter Form vorrätig und übernimmt teilweise den Vertrieb. Auf Anfrage wird das Buch gedruckt - "on demand" eben.

Derzeit hat Geitmann vier Bücher und eine CD-Rom im Verlagsprogramm. Zudem schreibt er für Zeitschriften aus dem Energiebereich, ist Chefredakteur eines Internetportals über eneuerbare Energien und arbeitet als beratender Ingenieur für Wasserstoff- und Brennstofftechnik - meist von daheim aus.

Ohne Internet wäre er aufgeschmissen. Als gebürtiger Dorfmensch - Klein-Nordende liegt 30 Kilometer nordwestlich von Hamburg - hatte Geitmann der Großstadt Berlin nur begrenztes Vergnügen abgewinnen können. Seinem im Januar 2002 geborenen Sohn bekommt die Natur sicher auch besser. Seinem verhaltensauffälligen Hofhund namens "Hoffmann" erst recht.

Jetzt lässt seine Frau ihren VW Polo umrüsten, auf Flüssiggas. "Spart 45 Prozent an Spritkosten", sagt Geitmann. Fast so sparsam wie ein Gaul.

--> Info: www.hydrogeit.de

von Erik Heier

© Hydrogeit