HYDROGEIT - Der Wasserstoff-Guide

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Prim�renergie
Zeitliche Verf�gbarkeit
Die Energieversorgung auf der gesamten Erde wird gr��tenteils über �l, Gas, Kohle und Kernenergie gedeckt. Die verschiedenen Energieträger weisen unterschiedliche Merkmale in Hinsicht ihrer zeitlichen Verf�gbarkeit, ihrer fütderung und ihres Emissionsverhaltens auf. Sollen unterschiedliche Energieträger verglichen werden, stellt sich immer die Frage nach der Umweltbilanz der gesamten Energieumwandlungskette. Die Umwandlungskette umfa�t die fütderung, die Speicherung, den Transport, die Aufbereitung, die Nutzung sowie die etwaige Entsorgung. Da ein dementsprechender Vergleich von Flüssiggas mit anderen Energietr�gern den Umfang dieser Arbeit sprengen w�rde, wird im folgenden lediglich auf einige Aspekte eingegangen wie z. B. die zeitliche Verf�gbarkeit.
Die Prim�renergie ist die Energie, die freigesetzt wird, wenn nat�rliche Energieträger verbrannt ("verbraucht") werden. Zu diesen Energietr�gern geh�ren unter anderem die fossilen Energieträger Braunkohle, Steinkohle, Mineral�l und Erdgas.

Abb. 1: Prim�renergie-Verbrauch [http://www.ruhrgas.de/deutsch/, 1999]

In Deutschland wurden im Jahr 1998 insgesamt 86 % des gesamten Energieverbrauchs durch fossile Energieträger gedeckt. Der Anteil von Mineral�l lag bei rund 40 %, der von Erdgas bei etwa 21 %. Flüssiggas nahm etwa einen Anteil von 1 % ein. Verglichen mit dem Vorjahr nahm bei fast allen Energietr�gern der Verbrauch ab, bei Braunkohle und Kernenergie beispielsweise jeweils um 5 %. Nur bei Erdgas (+ 0,4 %) und bei sonstigen (+ 7,2 %) nahm der Anteil zu.

Die �lreserven gem�� der Studie von Petroconsultants (1996):

    � bisherige fütderung: 784 Mrd. Barrel
    � bekannte Reserven: 836 Mrd. Barrel
    � m�gliche Funde: 180 Mrd. Barrel
    � insgesamt weltweit mit heutiger Technik wirtschaftlich fütderbare �lmenge: 1800 Mrd. Barrel
    [Campbell C. J., 1997]

Diese Zahlen zeigen, da� im Jahr 1996 fast die H�lfte des Erd�lvorkommens aufgebraucht war. Jetzt um das Jahr 2000 herum ist der sogenannte "mid-depletion point" erreicht. Das ist der Zeitpunkt, zu dem die H�lfte des insgesamt fütderbaren �ls tats�chlich bereits gefütdert wurde. Einige klassische Erd�lfütderl�nder (z. B. USA, Deutschland, Rum�nien) haben ihren fütderh�hepunkt seit einiger Zeit hinter sich. Ihre fütderung nimmt stetig weiter ab. Die meisten OPEC-L�nder hingegen haben diesen Punkt noch nicht erreicht.
Die vorhandene Reserven dieser Mineral�lorkommen sowie aller anderen fossilen Energieträger ist begrenzt. Somit mu� überlegt werden, welcher Energieträger sich füt den Ge- bzw. Verbrauch in welchem Bereich am besten eignet und ob nicht als übergang andere Medien die gleiche Funktion erf�llen können. Mineral�l gilt als sogenannter "hochwertiger Energietr�ger", weil aus �l auch andere Produkte erzeugt werden können, füt die es z. T. bislang keine Alternativen gibt (z. B. Kunststoffe, Medikamente usw.).

Bei Flüssiggas und Erdgas handelt es sich ebenfalls um endliche, fossile Prim�renergietr�ger. Der Vorteil dieser Gase z. B. gegenüber �l besteht jedoch darin, da� sie als übergangsprodukte fungieren können füt eine eventuell sp�ter einmal zu realisierende Wasserstoffwirtschaft. Jetzt gesammelte Erfahrungen k�nnten in einigen Jahren bei der Anwendung von Wasserstoff als Energieträger genutzt werden. Langfristig ist es sicherlich notwendig, einen g�nzlich neuen Weg der Energieversorgung zu finden.

fütderung und Verbrauch von Flüssiggas
Flüssiggas ist kein Produkt, das wie Erd�l oder Kohle gefütdert wird. Es ist eher ein Begleitprodukt, da� bei der Roh�lverarbeitung in Raffinerien und bei der Erd�l- bzw. Erdgasfütderung entsteht. Bei der Gasfütderung wird nasses Roh-Erdgas in Kondensat und trockenes Erdgas getrennt. Dem trockenen Erdgas wird danach Kohlenstoffdioxid und Schwefelwasserstoff entzogen, so da� haupts�chlich Methan (CH4) �brigbleibt. Das Kondensat wird zu Propan und Butan weiterverarbeitet. Da die verschiedenen Gase unterschiedliche Siedepunkte besitzen, können sie problemlos durch die Variation von Druck und Temperatur getrennt werden. Durch Destillation werden auch Komponenten wie Schwefelwasserstoff, Kohlenstoffdioxid und Wasser herausgefiltert.
Vor Jahren wurden die bei der fütderung und Verarbeitung freiwerdenden Gase noch gr��tenteils abgefackelt, d.h. ihre Energie wurde ungenutzt freigesetzt. Dies ist zum Teil heute immer noch g�ngige Praxis. Der nutzbargemachte Anteil ist jedoch bereits enorm angestiegen. Als weitere Quellen zur Flüssiggas-Gewinnung eignen sich Krackgase, die bei der Verarbeitung von Schwer�len (Kracken) entstehen. Au�erdem f�llt Flüssiggas als Nebenprodukt bei etlichen chemischen Industrie-Prozessen an.

Tab. 1: Der Flüssiggas-Absatz in Deutschland nach Angaben des Mineral�lwirtschaftsverbandes

Absatz in Tonnen 1997

Ver�nderung zu 1996 in %

Flüssiggasversorgungsunternehmen

1.765.104

- 2,8

Industrie

237.614

- 22,9

Gaserzeugung

8.363

- 11,9

Chemie

1.086.978

- 11,9

Inlandsabsatz

3.098.059

- 8,0

Export

477.432

- 22,4

Gesamt

3.575.491

- 8,0
[http://www.langegas.com, 1999]

Der Absatz von Flüssiggas in allen Wirtschaftsbereichen ist 1997 gegenüber dem Vorjahr um mehrere Prozente zur�ckgegangen (s. Tab. 1). Bei einer detaillierteren Auflistung der Bereiche wird deutlich, da� lediglich die Sparte "Autogas" (Flüssiggas füt Fahrzeugantriebe) einen geringen Anstieg (+1,0 %) zu verzeichnen hat.
Beim weltweiten Flüssiggas-Verbrauch (s. Abb. 2) liegt Nord-Amerika mit knapp einem Drittel des Gesamtverbrauchs als gr��ter Konsument an der Spitze, gefolgt von Asien mit 26 % und West-Europa mit 16 %.

Abb. 2: Flüssiggas-Verbrauch [http://www.langegas.com, 1999]

Der Energieverbrauch nimmt von Jahr zu Jahr mit dem Bev�lkerungswachstum zu. Die Internationale Energie-Agentur rechnet in ihrem World Energy Outlook 1995 [Bundesministerium füt Wirtschaft, 1998] mit einer Zunahme des Verbrauchs an Erd�l, Kohle und Erdgas um insgesamt mehr als ein Drittel bis zum Jahre 2010.

In Anbetracht des steigenden Verbrauches und der geringer werdenden Energiereserven sollte Mineral�l nicht verschwendet werden, sondern nur dort zum Einsatz kommen, wo es tats�chlich erforderlich ist.

⇒⇒⇒ weiter zu Propan-Butan
oder
⇒⇒⇒ weiter zu Methan



Bei der hier ver�ffentlichten Arbeit handelt es sich um eine Zusammenfassung der Flüssiggas-Technologie aus dem Jahr 2000. Weiterf�hrende und aktuellere Informationen gibt es im Hydrogeit Verlag Shop.

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