HYDROGEIT - Der Wasserstoff-Guide

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Umr�stung
In Deutschland bieten mehrere verschiedene Automobilhersteller Erdgasfahrzeuge an, die bisher vornehmlich auf Ottomotoren zur�ckgreifen. Zum Teil dienen dabei zwar Dieselmotoren als Basisaggregate. Diese werden jedoch zumeist so modifiziert, dass die Gemischaufbereitung nach dem Ottoprinzip arbeitet. Die Anschaffungskosten füt derart umger�stete Modelle liegen je nach Fabrikat etwa �hnlich hoch wie bei vergleichbaren Dieselfahrzeugen.

Volkswagen bietet seit der zweiten Jahresh�lfte 2001 den Golf Variant BI Fuel mit Gasantrieb ab Werk an. Bei dem Motor handelt es sich um ein 85 Kilowatt starkes 2-l-Aggregat. Der Tank aus speziellem Composite-Material fasst 90 Liter Erdgas und ist platzsparend unter der Ladefl�che angebracht, so dass das Ladevolumen nicht reduziert wird. Das Gas reicht füt etwa 260 Kilometer und ist zus�tzlich zum Benzintank eingebaut. Als Aufpreis werden etwa 3.500 Euro angesetzt.

Der Fiat Multipla Bluepower ist ein monovalentes Fahrzeug. Das hei�t, es f�hrt ausschlie�lich mit Erdgas und verfügt über keinen zus�tzlichen Benzintank. Der Motor ist dementsprechend füt Erdgas optimiert, wodurch ein h�herer Wirkungsgrad erreicht wird und keinerlei Leistungseinbu�en mehr zu verzeichnen sind. Die Reichweite mit so einem Fahrzeug liegt bei etwa 450 Kilometern. Ende 2003 erweiterte Fiat das CNG-Angebot mit einem bivalenten Punto Natural Power (Stadtauto), der über 2 Gasflaschen im Kofferraum verfügt und im Gasbetrieb mit seinem 1,2-l-Triebwerk 38 Kilowatt leistet (Spitzengeschwindigkeit 145 km/h). Der Preis liegt bei 13.450 Euro.

Bei Ford gibt es einen Ford Transit mit zwei 80-Liter-Gasflaschen sowie einem 80-Liter-Benzintank. Die Reichweite im Gasbetrieb betr�gt rund 300 Kilometer. Das entspricht einem Durchschnittsverbrauch von 8,9 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometern.

Opel pr�sentierte im Rahmen des Bonner Klimagipfels im Juli 2001 einen Zaphira 1,6 CNG, der auf die Methannutzung abgestimmt war. Der Compact Van verfügte über einen 16V ECOTEC-Ottomotor mit 71 Kilowatt. Obwohl das Auto von Opel als monovalentes Fahrzeug deklariert wird, verfügt dieses Modell zus�tzlich zu den 4 Unterflur-Gastanks über einen 14 Liter fassenden Reservetank füt Benzin. Eine Umschaltung bei Gasmangel ist damit im Notfall m�glich. Die Gesamtreichweite erh�ht sich damit von rund 350 im reinen Gasbetrieb auf durchschnittlich 500 Kilometer. Die platzsparende Unterflurbauweise der Tankanlage sorgt dafüt, dass das variable Sitzsystem uneingeschr�nkt weiterhin genutzt werden kann. Die Serienproduktion findet seit Juli 2001 in R�sselsheim bei der Opel Tochtergesellschaft OSV (Opel Special Vehicles) statt. Die Mehrkosten im Vergleich zum Standardmodell belaufen sich auf etwa 2.500 Euro. Seit dem Fr�hjahr 2003 bietet Opel auch den Astra Caravan mit Erdgasantrieb an, der ebenfalls über das so genannte Monovalentplus-Konzept verfügt.

Mercedes beabsichtigte, im Fr�hjahr 2004 eine Limousine mit Erdgasantrieb herauszubringen. Der Mercedes E 200 NGT erzielt mit Benzin (65-l-Tank) und Erdgas (18-kg-Beh�lter) eine Gesamtreichweite von 1.000 Kilometern, davon 300 mit Erdgas. Er verfügt über 120 Kilowatt und schafft 225 Stundenkilometer.

Peugeot hat mit einem bivalenten Kastenwagen füt den Lieferverkehr nachgezogen, der über einen 80 Liter fassenden Gasbeh�lter verfügt und füt einen Einstiegspreis von 16.800 Euro zu erstehen ist.

Volvo bietet den V70 sowie den S80 füt 2.450 Euro Aufpreis als Bi-Fuel-Variante mit 90 Kilowatt an (Spitzen-Geschwindigkeit: 205 Stundenkilometer).

Dies ist nur eine �u�erst grobe Auflistung, der auf dem Markt vorhandener Gasfahrzeuge, ohne Anspruch auf Vollst�ndigkeit. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Umr�stunternehmen, die individuelle Umbauten von Gebraucht- und Neuwagen vornehmen. Eine derartige Umr�stung bringt allerdings Investitionskosten mit sich, die 2.000 bis 3.800 Euro betragen, bei Nutzfahrzeugen etwa 12.000 Euro. Diese zus�tzlichen Kosten amortisieren sich je nach Nutzungsintensit�t nach 2 bis 3 Jahren (bei etwa 20.000 Kilometern Fahrleistung pro Jahr), da die Kraftstoffkosten im Vergleich zu Benzin relativ niedrig ausfallen.


Technik
Damit die positiven Eigenschaften von Dieselmotoren (geringerer Verbrauch und h�here Leistung) auch füt Erdgasautos genutzt werden können, wird derzeit am Erdgaseinsatz in Dieselmotoren gearbeitet. Durch geringe Ver�nderungen während der Produktion sollen k�nftig Dieselmotoren auch mit Erdgas betrieben werden können.

Durch Austausch der Diesel-Einspritztechnik gegen eine entsprechende Erdgas-Einspritztechnik wird das Erdgas direkt in den Brennraum des Motors eingebracht. Dieses Verfahren, das vom Fachbereich Maschinenbau an der Dortmunder Fachhochschule entwickelt wurde, nennt sich DING-Technik (Direct Injection Natural Gas) und ist speziell zum Eind�sen des Erdgases entwickelt worden. Im Jahr 2004 soll ein Motor mit der eigenen DI-Erdgastechnik füt schwere Nutzfahrzeuge in Nordamerika auf den Markt kommen.

Da der Motor so viel Energie verbraucht wie ein vergleichbarer Diesel-Lkw, Erdgas aber wegen der Steuerbefreiung bis 2020 rund 25 Prozent billiger ist als Dieselkraftstoff, w�rden die Mehrkosten bei der Anschaffung je nach Kilometerleistung innerhalb von 2 bis 3 Jahren eingefahren. Modellrechnungen haben ergeben, dass Betreiber zum Beispiel von Stadtbussen mit der neuen Technik insgesamt bis zu 15 Prozent der Betriebskosten eines Fahrzeuges einsparen können.

Ein gro�er Vorteil von Gasmotoren gegenüber Motoren mit fl�ssigen Kraftstoffen ist die gleichm��ige Gemischverteilung bei der Kraftstoffaufbereitung. Da der Kraftstoff bereits gasfütmig vorliegt, vermischt er sich sehr gut mit der angesaugten Luft. Das homogene Gemisch bewirkt eine gleichm��ige Verbrennung, so dass weniger Verbrennungsr�ckst�nde entstehen, dadurch weniger Ablagerungen im Brennraum auftreten und das Schmier�l nicht so sehr belastet wird.

Ein weiterer Pluspunkt füt Gas sind die reduzierten Ger�uschemissionen. Da der Druckanstieg in der Brennkammer von Erdgasmotoren nicht so stark ist, laufen sie im Vergleich zu Benzinmotoren leiser. Daher werden Erdgasfahrzeuge unter anderem gerne bei der Stadtreinigung in dicht bewohnten Gebieten eingesetzt. Negativ zu bewerten sind jedoch die Leistungseinbu�en, die mit dieser Technik verbunden sind.

Die Speichersysteme füt Erdgas-Fahrzeuge weisen im Vergleich zu konventionellen fl�ssigen Kraftstoffen eine niedrigere Energiedichten auf. Damit trotzdem ausreichende Energiereserven mitgef�hrt werden können, sind hohe Dr�cke notwendig. Dementsprechend gro� und schwer sind die Tanks. Mit etwa 60 Liter Erdgas liegt die Reichweite von derartigen Fahrzeugen bei etwa 250 Kilometer.

⇒⇒⇒ weiter zu Umwelt


Weitere Informationen in den beiden B�chern:
Erneuerbare Energien sowie Alternative Kraftstoffe.

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